Magnesium für Pferde – alles, was du wissen musst

Magnesium für Pferde – alles, was du wissen musst

Für viele von uns gehört die Einnahme von Magnesium zum Alltag. Bei Muskelkrämpfen, innerer Unruhe oder Einschlafproblemen lautet der schnelle Rat oft: «Nimm Magnesium ein». Was beim Menschen längst etabliert ist, gewinnt auch in der Pferdefütterung zunehmend an Bedeutung.

Vielleicht hast du es selbst schon erlebt: Dein Pferd wirkt nervöser als gewohnt, zeigt Muskelverspannungen oder bringt nicht mehr die gewohnte Leistung. In solchen Situationen wird Magnesium häufig empfohlen, gleichzeitig bleiben jedoch viele Fragen offen. Um Magnesium richtig einzuordnen und sinnvoll einzusetzen, lohnt sich ein genauer Blick auf Wirkung, Bedarf und Anwendung.

Was bewirkt Magnesium im Pferdekörper?

Magnesium ist ein essenzieller Mineralstoff und an zahlreichen grundlegenden Prozessen im Körper des Pferdes beteiligt. Da Pferde Magnesium nicht selbst produzieren können, sind sie vollständig auf die Zufuhr über die tägliche Fütterung angewiesen.

Eine zentrale Rolle spielt Magnesium im Nerven- und Muskelsystem. Es sorgt dafür, dass Nervenreize stabil weitergeleitet werden und sich Muskeln nach einer Anspannung wieder entspannen können. Als Gegenspieler von Kalzium hilft Magnesium, Muskelverspannungen, Zittern oder innere Unruhe zu vermeiden.

Darüber hinaus unterstützt Magnesium den Energiestoffwechsel, aktiviert zahlreiche Enzyme und trägt zu Leistungsfähigkeit, Regeneration und einem ausgeglichenen Nervensystem bei. Als Elektrolyt ist es zudem wichtig für die nervliche Belastbarkeit und das allgemeine Wohlbefinden des Pferdes.

Wann ist Magnesium für Pferde sinnvoll?

Magnesium ist vor allem dann sinnvoll, wenn der Körper des Pferdes physisch oder mental stärker gefordert ist. In Belastungssituationen steigt der Bedarf an Magnesium deutlich, da Muskulatur und Nervensystem intensiver arbeiten. Gleichzeitig gehen über Schweiss und Urin zusätzliche Mengen verloren. Wird dieser Mehrbedarf nicht über die tägliche Fütterung ausgeglichen, können körpereigene Reserven stärker beansprucht werden. Das betrifft nicht nur Sportpferde, sondern auch Freizeitpferde, etwa bei Stallwechsel, Transport, neuen Trainingsreizen, Hitze oder ungewohnten Situationen.

Auch nervöse, schreckhafte oder schnell angespannte Pferde können von einer gezielten Magnesiumversorgung profitieren. Zusätzlich kann ein erhöhter Bedarf in besonderen Lebensphasen auftreten, zum Beispiel bei jungen Pferden im Wachstum oder bei älteren Tieren. Magnesium kann dabei helfen, Stressreaktionen zu mindern und das Wohlbefinden zu verbessern.

Woran erkenne ich einen Magnesiummangel beim Pferd?

Ein Magnesiummangel entwickelt sich häufig schleichend und bleibt lange unbemerkt. Ein schwerer, dauerhafter Mangel ist zwar selten, ein leichter bis mässiger Mangel kann jedoch auftreten, insbesondere bei Stress oder erhöhter körperlicher Belastung.

Typische Anzeichen zeigen sich vor allem im Bereich von Nerven und Muskulatur. Dein Pferd:

  • wirkt nervöser oder schreckhafter,
  • hat Mühe, sich zu konzentrieren,
  • ermüdet schneller,
  • hat Muskelzittern oder Krämpfe.

Kann ich meinem Pferd dauerhaft Magnesium füttern?

Damit sich eine Wirkung entfalten kann, sollte Magnesium über mindestens zwei Wochen gefüttert werden. Eine längere oder auch dauerhafte Fütterung ist in der Regel unproblematisch, sofern die Dosierung bedarfsgerecht erfolgt und in eine ausgewogene Gesamtration eingebettet ist.

Wie oft und wie hoch sollte Magnesium beim Pferd dosiert werden?

Der Magnesiumbedarf eines Pferdes richtet sich nach Körpergewicht, Leistungsanforderung und Lebenssituation. Wissenschaftliche Richtwerte beziehen sich dabei auf reines, elementares Magnesium. Laut Experten benötigt ein Pferd rund 15 mg Magnesium pro Kilogramm Körpergewicht. Für ein 500-kg-Pferd entspricht das etwa 7,5 g pro Tag im Erhaltungsbedarf. Bei Training, Stress oder Hitze kann sich der Bedarf auf das 1,5- bis 2-Fache erhöhen.

In der Praxis können diese Zahlen auf den ersten Blick irritieren. Denn Magnesium wird oft nicht als Reinsubstanz, sondern über Ergänzungsfuttermittel aufgenommen. Diese enthalten je nach Zusammensetzung nur einen bestimmten Anteil an tatsächlich verfügbarem Magnesium, weshalb die empfohlene Fütterungsmenge des Produkts höher ausfällt als die reine Bedarfsangabe in Gramm.

Kann man Magnesium bei Pferden überdosieren?

Eine Überdosierung ist bei Pferden selten, da überschüssiges Magnesium in der Regel über den Urin ausgeschieden wird. In üblichen Dosierungen gilt Magnesium als gut verträglich. Bei sehr hohen Mengen können jedoch Nebenwirkungen wie Durchfall auftreten. Pferde mit bekannten Nierenerkrankungen sollten Magnesium nur unter tierärztlicher Begleitung erhalten.

Wie gebe ich meinem Pferd Magnesium?

Magnesium wird bei Pferden meist in Pulverform über das tägliche Futter verabreicht. Es kann einfach unter das vorhandene Futter gemischt werden, unabhängig davon, ob es sich um ein Sport- oder Freizeitpferd handelt. Die Fütterung soll regelmässig erfolgen und an den individuellen Bedarf des Pferdes angepasst werden.

Fazit zu Magnesium beim Pferd

Magnesium ist kein Wundermittel, aber ein wichtiger Baustein in der Pferdefütterung. Es unterstützt zentrale Funktionen in Muskulatur, Nervensystem und Stoffwechsel und kann insbesondere in Phasen erhöhter körperlicher oder mentaler Belastung sinnvoll sein. Entscheidend ist dabei eine bedarfsgerechte Dosierung, die sich an Gewicht, Leistungsniveau und Lebenssituation deines Pferdes orientiert und immer im Zusammenhang mit der gesamten Fütterung betrachtet wird. 

Wird Magnesium gezielt und angepasst eingesetzt, kann es einen wertvollen Beitrag zu Ausgeglichenheit, Regeneration und dem allgemeinen Wohlbefinden deines Pferdes leisten.

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