Nahaufnahme von 3 Pferdeschnauzen, die gerade eine Futtermischung mit Mineralfutter fressen

Braucht mein Pferd jeden Tag Mineralfutter? So ergänzt du richtig.

Wenn man sich als Pferdehalter mit dem Thema Mineralfutter und Mineralstoffen beim Pferd beschäftigt, merkt man schnell: Die verfügbaren Informationen sind nicht nur extrem vielfältig, sondern teilweise auch widersprüchlich. Genau deshalb möchten wir dir in diesem Beitrag klare Antworten auf klare Fragen geben. Und die wichtigste Frage zuerst:

Braucht mein Pferd täglich Mineralfutter?

Unsere klare Antwort: Ja, eine tägliche Zufuhr von Mineralfutter in der richtigen Dosierung ist wichtig für dein Pferd.

Denn gegenteilige Meinungen übersehen häufig die Tatsache, dass weder Freizeitpferde noch Pferde im Leistungssport mit Wildpferden vergleichbar sind. Als Halter greifen wir aktiv in die Ernährung ein und bestimmen, wie viel Bewegung, wie viel Auslauf, wie viel Weidegang und wie viel Sonneneinstrahlung ein Pferd tatsächlich bekommt. Ein «natürlicher Bedarf» lässt sich daher nicht 1:1 heranziehen – zu gross sind die menschengemachten Unterschiede im Alltag.

Hinzu kommt: Heuqualität, Böden, Haltungsform und Trainingslevel variieren heute stärker denn je. Selbst Pferde, die «nur auf der Wiese» stehen, nehmen nicht automatisch alle nötigen Mineralstoffe in ausreichender Menge auf. Zudem zeigen moderne Analysen, dass die Menge an wichtigen Spurenelementen im Raufutter starken Schwankungen unterliegt (Quelle: Review: Feeding conserved forage to horses: recent advances and recommendations). Genau deshalb braucht eine ausgewogene Ration heute eine gezielte, bedarfsorientierte Mineralstoffversorgung, die Lücken schliesst, ohne neue Überversorgungen zu schaffen.

Was sind Mineralstoffe & Spurenelemente – und was machen sie im Pferdekörper?

Mineralstoffe und Spurenelemente sind lebensnotwendige Bausteine für den Körper des Pferdes. Sie gehören zu den sogenannten Mikronährstoffen – das heisst, sie liefern keine Energie wie Kohlenhydrate oder Fette, übernehmen aber entscheidende Funktionen in fast jedem Stoffwechselprozess.

Mineralstoffe (z.B. Calcium, Phosphor, Magnesium, Natrium) benötigt das Pferd in grösseren Mengen. Sie sorgen dafür, dass Knochen stabil bleiben, Muskeln korrekt arbeiten und der Wasser- und Elektrolythaushalt funktioniert. Besonders Calcium und Phosphor stehen im Fokus, weil sie im richtigen Verhältnis vorliegen müssen, damit Knochen und Zähne gesund bleiben und sich beim Jungpferd korrekt entwickeln können.

Spurenelemente (z.B. Zink, Kupfer, Selen, Jod) braucht das Pferd nur in sehr kleinen Mengen – aber diese kleinen Mengen sind entscheidend. Zink ist wichtig für Haut, Fellwechsel und Immunsystem. Kupfer unterstützt die Bildung von Bindegewebe, Knochen und Pigmenten. Selen schützt die Zellen vor oxidativem Stress und spielt eine zentrale Rolle für die Muskulatur. Jod wiederum ist unverzichtbar für die Schilddrüsenfunktion und damit für den gesamten Stoffwechsel.

Ohne diese Mikronährstoffe kann der Pferdekörper seine Aufgaben nicht zuverlässig erfüllen. Ein Mangel zeigt sich oft schleichend: stumpfes Fell, brüchige Hufe, Leistungsschwäche, Infektanfälligkeit oder Muskelverspannungen sind typische Anzeichen. Aber auch eine Überversorgung kann problematisch sein – etwa bei Selen oder Eisen, die in zu hohen Mengen sogar giftig wirken können.

Reicht Heu und Weide aus? Warum viele Pferde heute ein Mineralfutter brauchen

Heu und Weidegras bilden die Grundlage jeder gesunden Pferdefütterung, daran führt kein Weg vorbei. Doch bei der Frage, ob diese Grundration den Mineralstoffbedarf eines Pferdes vollständig deckt, lohnt sich ein genauer Blick. Kurz gesagt: In vielen Fällen reicht Heu und Weide allein nicht aus.

Der Grund liegt in der grossen Variabilität der Mineralstoffgehalte im Grundfutter. Bodenbeschaffenheit, Düngung, Wetterbedingungen, Schnittzeitpunkt und Lagerung beeinflussen massiv, wie viel Zink, Kupfer, Selen, Calcium oder Phosphor tatsächlich im Heu steckt. Verschiedene Untersuchungen zeigen, dass diese Werte von Jahr zu Jahr und sogar zwischen einzelnen Ballen stark schwanken können. Gerade wichtige Spurenelemente wie Zink, Kupfer und Selen liegen in Heu oft unter dem täglichen Bedarf – während Eisen nicht selten überreichlich vorhanden ist.

Hinzu kommt, dass Weidegang nicht automatisch eine Rundumversorgung bedeutet. Moderne Pferdeweiden werden häufig auf Ertrag optimiert: viel Gras, wenig Vielfalt. Dadurch sind sie nährstoffreich, aber nicht zwingend mineralstoffreich.

Ein weiterer Punkt: Heu verliert mit der Zeit Nährstoffe. Vitamine und bestimmte Spurenelemente nehmen während der Lagerung ab – besonders im ersten halben Jahr. Das bedeutet: Selbst hochwertiges Heu direkt nach der Ernte liefert nach einigen Monaten oft weniger, als man erwartet.

Was passiert, wenn ein Pferd kein Mineralfutter bekommt?

Bekommt ein Pferd dauerhaft kein Mineralfutter, hängt vieles davon ab, was sein Heu, seine Weide und sein restliches Futter tatsächlich liefern. In der Praxis bedeutet das: Einige Pferde kommen eine Weile scheinbar problemlos zurecht – andere zeigen schnell Anzeichen von Mängeln.

Zunächst entstehen leichte, unauffällige Defizite, die Halter kaum bemerken. Typisch sind ein stumpfes Fell, langsamer Fellwechsel oder kleine Hautschuppen. Auch die Hufe können brüchiger werden, weil Zink, Kupfer und Biotin indirekt an der Hornqualität beteiligt sind. Viele dieser Symptome werden im Alltag fälschlicherweise «dem Wetter», «der Jahreszeit» oder «der Rasse» zugeschrieben.

Bleiben die Mineralstofflücken länger bestehen, können sich tiefere Stoffwechselprobleme entwickeln. Ein Mangel an Zink schwächt das Immunsystem, während Kupfermangel die Bildung von Bindegewebe und Pigmenten beeinträchtigt. Selen fehlt wiederum für die Muskulatur. Das Pferd wirkt schneller müde, baut langsamer Muskulatur auf oder zeigt Verspannungen. Auch das Verhalten kann sich verändern: Manche Pferde werden nervöser, andere eher apathisch.

Besonders kritisch wird es, wenn Calcium, Phosphor oder Magnesium nicht ausreichend vorhanden sind. Diese Mineralstoffe sind entscheidend für Knochen, Zähne und Muskelarbeit. Bei Jungpferden kann ein langfristiger Mangel sogar die gesunde Entwicklung des Skeletts beeinträchtigen. Bei erwachsenen Pferden äussert er sich eher in Verspannungen, Muskelzittern oder einer schlechten Regeneration nach dem Training.

Hinzu kommt: Grundfutter enthält häufig zu wenig Jod, was die Schilddrüse belastet und den gesamten Stoffwechsel aus dem Gleichgewicht bringen kann. Auch die Fruchtbarkeit von Stuten kann bei längerem Mangel beeinträchtigt werden.

Wichtig ist auch, was nicht passiert: Ein Pferd gleicht fehlende Mineralien nicht „instinktiv“ aus. Domestizierte Pferde haben keinen Zugang zu natürlichen Mineralquellen wie Wildpferde, und die meisten Weiden sind artenarm. Ohne Ergänzung kann der Körper also nur weiter kompensieren – irgendwann aber stösst er an Grenzen.

Kurz gesagt: Ohne Mineralfutter entstehen schleichende Mängel, und aus kleinen Symptomen werden auf Dauer echte Probleme. Ein gut dosiertes, bedarfsorientiertes Mineralfutter ist deshalb nicht Luxus, sondern Grundlage für Gesundheit, Leistungsfähigkeit und Wohlbefinden.



Welches Mineralfutter passt zu meinem Pferd?

Das richtige Mineralfutter zu wählen, bedeutet vor allem eines: Bedarf verstehen. Denn nicht jedes Pferd braucht gleich viel. Körpergewicht, Alter, Nutzung und Gesundheitszustand beeinflussen, was tatsächlich in den Trog gehört.

Grundsätzlich gilt:

  • Je schwerer das Pferd, desto höher der tägliche Bedarf an Mineralstoffen und Spurenelementen.
  • Je höher die Leistung, desto mehr verliert das Pferd über Schweiss, Stoffwechsel und Muskulatur – besonders Elektrolyte, Magnesium, Zink, Selen und Vitamin E.
  • Je jünger oder trächtiger, desto wichtiger wird der Knochen-, Muskel- und Gewebeaufbau.
  • Je älter, desto mehr Unterstützung braucht das Immunsystem und der Stoffwechsel.

Ein gutes Mineralfutter sollte deshalb nicht universell, sondern bedarfsgerecht sein: angepasst an das Fütterungsniveau (Heu/Weidequalität), an das Aktivitätslevel und an das individuelle Pferd.

Mehrbedarf: kompakte Übersicht nach Pferdetyp

Die folgende Tabelle zeigt grob, welche Nährstoffe in welcher Lebensphase besonders wichtig sind. Sie ersetzt keine exakte Rationsberechnung, bietet aber dir eine schnelle Orientierung.

Pferdetyp Erhöhter Bedarf an … Warum?
Jungpferde (bis ca. 4 Jahre) Calcium, Phosphor, Magnesium, Kupfer, Zink Knochen- & Gelenkentwicklung, Wachstum, Bindegewebe
Zuchtstuten (trächtig & laktierend) Calcium, Phosphor, Zink, Kupfer, Selen, Jod, Protein Fötalentwicklung, Milchbildung, Hormonbalance, Immunsystem
Sportpferde Elektrolyte (Natrium, Kalium, Chlorid), Magnesium, Selen, Zink, Vitamin E Schweissverlust, Muskelarbeit, Regeneration, antioxidativer Schutz
Senioren Zink, Kupfer, Selen, Vitamin E, Magnesium Immunsystem, Zellschutz, Stoffwechsel, Muskel- & Gelenkunterstützung

 

Mineralfutter: JA – aber Qualität und Dosierung sind entscheidend

Ein Mineralfutter erfüllt seinen Zweck nur, wenn Qualität, Zusammensetzung und Dosierung stimmen.

Die Produkte von Agro Kessler werden in Deutschland vom seit über 40 Jahren tätigen Unternehmen Vetripharm hergestellt, einem Betrieb mit ausgewiesener veterinärmedizinischer Kompetenz. Diese langjährige Erfahrung zeigt sich in jeder Rezeptur: Unsere Mineralfutter zur Basisversorgung enthalten nicht nur die richtigen Mengen an essenziellen Mineralstoffen und Spurenelementen, sondern berücksichtigen auch entscheidende Nährstoffverhältnisse wie das korrekte Calcium-Phosphor-Verhältnis, das für stabile Knochen, gesunde Gelenke und eine optimale Stoffwechselfunktion unerlässlich ist.

Zugleich sind die Produkte so konzipiert, dass sie den unterschiedlichen Bedürfnissen verschiedener Pferdetypen gerecht werden:

  • Freizeitpferde, die eine zuverlässige Grundversorgung benötigen
  • Sportpferde, die durch Training und Schweissverluste einen erhöhten Bedarf haben
  • Senioren, deren Stoffwechsel und Immunsystem gezielte Unterstützung brauchen
  • Fohlen und Jungpferde, die für ein gesundes Wachstum auf eine besonders ausgewogene Versorgung angewiesen sind

So stellst du sicher, dass dein Pferd nicht nur irgendein Mineralfutter bekommt, sondern genau das, was sein Körper tatsächlich braucht, in hochwertiger Qualität, sinnvoll dosiert und optimal abgestimmt auf seine Lebensphase.

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